Reifenentsorgung Ratgeber

Was passiert mit Altreifen nach dem Verschrotten?

Altreifen gelten in den meisten Ländern als Sondermüll und dürfen nicht als Ganzes deponiert werden (in der EU seit 2003 verboten) und seit 2006 auch nicht mehr zerkleinert. Altreifenwerkstoffe (ELT) werden zu Gummigranulat (für Spielplätze, Kunstrasen, Straßenasphalt und Dämmung), zu Reifenderivat-Brennstoff (TDF, verbrennt in Zementwerken) oder zu Pyrolyseöl verarbeitet. In der EU schreiben Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)-Systeme vor, dass Reifenhersteller und -importeure Sammlung und Recycling finanzieren müssen. In EU-Ländern mit gut entwickelten EPR-Systemen werden rund 95 % aller Altreifen einer Verwertung zugeführt.

FAQ

Was passiert mit Altreifen nach dem Verschrotten?
Altreifen gelten in den meisten Ländern als Sondermüll und dürfen nicht als Ganzes deponiert werden (in der EU seit 2003 verboten) und seit 2006 auch nicht mehr zerkleinert. Altreifenwerkstoffe (ELT) werden zu Gummigranulat (für Spielplätze, Kunstrasen, Straßenasphalt und Dämmung), zu Reifenderivat-Brennstoff (TDF, verbrennt in Zementwerken) oder zu Pyrolyseöl verarbeitet. In der EU schreiben Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)-Systeme vor, dass Reifenhersteller und -importeure Sammlung und Recycling finanzieren müssen. In EU-Ländern mit gut entwickelten EPR-Systemen werden rund 95 % aller Altreifen einer Verwertung zugeführt.
Was sollte ich vor der Nutzung dieser Information prüfen?
Nutze TireFitLab als Größenreferenz und prüfe danach Fahrzeughandbuch, Reifendruckschild, Felgenkompatibilität, Traglast und Freigängigkeit.

Schritte

  1. Datenquelle prüfen Lies die Angaben auf der Reifenflanke, im Fahrzeughandbuch und auf dem Türschild, bevor du Werte vergleichst.
  2. Mit Fahrzeug und Felge abgleichen Prüfe Größe, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsindex, Felgenbreite und Freigängigkeit gemeinsam statt jeden Wert isoliert.
  3. Vor der Montage verifizieren Lass unsichere Kombinationen oder sichtbare Schäden von einer qualifizierten Reifenwerkstatt prüfen.

Warum Reifen geregelter Abfall sind

Ein gebrauchter Reifen ist ein komplexer Verbundwerkstoff: typischerweise 47 % Gummi (natürlich und synthetisch), 22 % Ruß, 15 % Stahl, 6 % Textilcord und 10 % sonstige Chemikalien einschließlich Antiozonantien, Vulkanisationsmittel und Weichmacher. Diese Mischung:

Die EU-Deponierichtlinie (1999/31/EG) verbot 2003 die Deponierung ganzer Reifen und 2006 die von zerkleinerten Reifen, was die EU-Mitgliedstaaten zwang, alternative Verwertungswege zu entwickeln.

Wichtige Fakten und Zahlen

KennzahlWert
Pro Jahr in der EU anfallende Altreifen~3,4 Millionen Tonnen
Altreifen-Verwertungsquote (EU-Mitgliedstaaten)~95 %
Gummi in einem typischen Pkw-Reifen~4,5 kg (natürlich + synthetisch)
Stahl in einem typischen Pkw-Reifen~2–3 kg (Wulstdrähte + Gürtelcorde)
Ruß in einem typischen Pkw-Reifen~2 kg
EU-Deponieverbot ganzer Reifen2003
EU-Deponieverbot zerkleinerter Reifen2006

Wie alte Reifen recycelt werden: die wichtigsten Wege

VerwertungswegProzessEndverwendungEU-Anteil (ca.)
Gummigranulat (Granulat)Zerkleinert und kryogen oder bei Umgebungstemperatur zu 0,5–4 mm Gummigranulat gemahlenSpielplatzbeläge, Kunstrasen-Einstreu, Sportbahnen, Straßenasphalt (gummimodifizierter Asphalt), Schalldämmung, Formteile~41 % der Altreifen nach Gewicht
Reifenbrennstoff (TDF)Ganze oder zerkleinerte Reifen als Brennstoffzusatz (37 MJ/kg, ähnlich wie Kohle)Zementöfen (Hauptabnehmer), Papierfabriken, Kraftwerke — als Ersatz für Kohle und Petrolkoks~39 % der Altreifen nach Gewicht
Pyrolyse (chemisches Recycling)Thermische Zersetzung bei 400–600 °C unter Sauerstoffausschluss; liefert Öl, Ruß, Stahl und GasPyrolyseöl → Heizöl oder chemischer Rohstoff; zurückgewonnener Ruß → Füllstoff in neuen Produkten; Stahldraht → Stahlwerke~5 % und wachsend
DevulkanisierungAufbrechen der Schwefel-Vernetzungen, die vulkanisiertem Gummi seine Struktur geben, um die Verarbeitbarkeit wiederherzustellenRegeneratgummi für neue Gummiprodukte — die mechanischen Eigenschaften sind jedoch geringer als bei NeukautschukNische — kommerzieller Maßstab begrenzt
Materialwiederverwendung (Runderneuerung)Die Reifenkarkasse wird geprüft und aufgeraut; eine neue Lauffläche wird aufgebracht und auf die alte Karkasse aufvulkanisiertRunderneuerte Reifen für Lkw, Busse und Flugzeuge — verlängert die Reifenlebensdauer erheblich~10 % des Lkw-Reifenmarktes
Deponie / illegale EntsorgungEntfällt — in der EU seit 2003 (ganz) und 2006 (zerkleinert) verbotenKeine — Umweltgefahr: Brandrisiko, Mückenbrut, GrundwasserverunreinigungNur verbleibender illegaler Anteil

Gummigranulat im Detail

Gummigranulat wird durch zwei wesentliche Mahlverfahren hergestellt:

Eine Kontroverse rund um Gummigranulat betrifft seine Verwendung als Einstreu in Kunstrasen-Fußballplätzen. Einige Studien haben Bedenken hinsichtlich einer möglichen Auswaschung von PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen) geäußert. Die Risikobewertung der EU-ECHA (2021) kam zu dem Schluss, dass Gummigranulat aus Altreifen unter normalen Bedingungen für die Verwendung auf Sportplätzen sicher ist, eine fortlaufende Überwachung jedoch empfohlen wird.

Pyrolyse — die Zukunft des Reifenrecyclings?

Die Pyrolyse wandelt Gummi um in:

Große Reifenhersteller (Michelin, Bridgestone, Continental, Goodyear) haben sich Ziele gesetzt, bis 2030–2050 40–80 % nachhaltige Materialien einzusetzen, und investieren alle in Lieferketten für pyrolysebasierte Rohstoffe.

Wie man Reifen legal entsorgt

  1. Bringen Sie Ihre Altreifen beim Aufziehen neuer Reifen zu einem registrierten Reifenhändler — die meisten Händler sind durch EPR-Systeme verpflichtet, Altreifen kostenlos oder gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr anzunehmen.
  2. Wenden Sie sich an Ihr örtliches kommunales Recyclingzentrum — viele kommunale Abfallstellen nehmen pro Haushalt und Besuch eine begrenzte Anzahl von Reifen an.
  3. Wenn Sie eine große Anzahl von Reifen entsorgen (Fuhrpark, Hof usw.), wenden Sie sich an ein lizenziertes Abfallentsorgungsunternehmen mit einer Genehmigung zur Altreifenbehandlung.
  4. Reifen niemals illegal verbrennen, vergraben oder entsorgen — die Strafen reichen in den meisten Ländern von Bußgeldern bis zur strafrechtlichen Verfolgung.

Runderneuerung: die Reifenlebensdauer vor dem Recycling verlängern

Runderneuerung ist kein Recycling — es ist Wiederverwendung. Eine intakte Reifenkarkasse kann runderneuert werden, wenn die ursprüngliche Lauffläche abgefahren ist, sofern die Struktur (Seitenwand, Wulst, Gürtel, Innenliner) intakt ist. Runderneuerte Reifen sind legal und auf Nutzfahrzeugen verbreitet; etwa 40 % der Lkw-Reifen in Europa sind Runderneuerte. Ein runderneuerter Reifen verbraucht etwa 30–40 % weniger Öl als die Herstellung eines neuen Reifens.

Zuletzt geprüft: 2026-06-21

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Zuletzt geprüft: 2026-06-28
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